Vollzeit/Teilzeit, ist das echt die grosse Frage?

Ich gebe es zu: Ich bin nicht gerne Hausfrau. Ich gehe gerne einkaufen und koche gerne. Es macht mir nichts aus, schmutzige Kleider zu waschen, aber ich mag nicht bügeln. Ich lebe gerne in einer aufgeräumten, sauberen Wohnung, aber ich mag nicht putzen. Und was dazu kommt: Ich kann es auch gar nicht so gut, das Bügeln und Putzen. Viel lieber gehe ich einer Erwerbstätigkeit nach und widme mich auch beruflich den Themen, die ich während sechs Jahren studiert habe.

Was mich veranlasst dies zu schreiben ist die Titelstory im aktuellen "wir eltern", die ich heute in der Gemeindebibliothek gelesen habe.

Väter geben darin zu, dass sie gerne Vollzeit arbeiten. Schön für sie. Interessant, dass sich die Zeitschrift bemüssigt sieht, dies so prominent zu thematisieren. Ich will es lieber nicht hinterfragen. Das Thema ist abgedroschen und ich will es auch nicht werten. Weder die Vollzeit- noch die Teilzeittätigkeit der Väter und Mütter. Jede Familie wählt für sich das passende Modell. Was mich jedoch irritiert ist die Tatsache, dass mittlerweile mehr Frauen einen Hochschulabschluss erwerben als Männer, um dann doch nicht richtig in der Berufswelt Fuss zu fassen. Oder eben nur mit einem Kleinstpensum. Oder nicht ausbildungsadäquat. Oder immer nur bis ins mittlere Kader. Wer mir nicht glaubt siehts hier in Grafiken. Etwas läuft da falsch. Ich wünsche mir deshalb mehr Selbstbewusstsein der Frauen in Bezug auf ihren Beruf, mehr Kreativität bei den Arbeitsbedingungen (Ideen für KMUs liefert das Handbuch des seco) und mehr Mut bei der Rollenverteilung in der Familie. Wenn mich unsere Kinder fragen, wieso ich schon wieder arbeiten gehe, lautet meine Antwort: Damit wir Geld fürs Leben haben und weil ich gerne arbeite. Weil ich eine tolle Ausbildung habe und diese auch ausüben will.

Bzgl. der Rollenverteilung in der Familie verweise ich hier gerne auf den Fritz&Fränzi-Elternblog mit der Message: Nicht Aufgaben verteilen, sondern Verantwortung! Im Haushalt würde ich gerne mehr Verantwortung auf alle(!) unsere Familienmitglieder verteilen. Auch die Kinder sollen es von klein auf lernen. Wir leben schiesslich alle hier und haben deshalb auch alle unseren Beitrag zu leisten. Aber es ist nicht so einfach, Verantwortung abzugeben und sich dann nicht einzumischen. Zur Kinderbetreuung: Papa und Mama kümmern sich beide darum. Fifty/fifty ist der Plan, plus Kita und erweiterte Familie. Mit Betonung auf "Plan". Wir haben uns entschieden, beide beruflich kürzer zu treten, damit wir beide Zeit für die Kinder haben und sie aufwachsen sehen, dabei aber auch beide beruflich nicht stehen bleiben. Je nach (Zwischen-)Saison funktionierts recht gut, wobei die Verantwortung, dies einzufordern, klar bei mir liegt. Diese nehme ich sehr gerne wahr. Ich will damit auch ein Vorbild für unsere Kinder sein. Für die Tochter und für den Sohn.